Spell It Now BY MIKASA LABS
HUD DAY

Deutsch

Die deutsche Buchstabiertafel

Von „A wie Anton“ bis „Z wie Zwickau“: die offizielle Städtetafel nach DIN 5009:2022, die klassische Vornamen-Tafel und das NATO-Alphabet auf einen Blick.

Die offizielle deutsche Buchstabiertafel ist seit Mai 2022 die in DIN 5009:2022-06 festgelegte Tafel mit Städtenamen: „A wie Aachen, B wie Berlin, C wie Chemnitz“. Im Alltag am weitesten verbreitet ist allerdings nach wie vor die klassische Tafel mit Vornamen – „A wie Anton, B wie Berta, C wie Cäsar“. Beide Tafeln finden Sie auf dieser Seite vollständig zum Nachschlagen.

Eine Buchstabiertafel – auch Buchstabieralphabet genannt – ordnet jedem Buchstaben ein festes Ansagewort zu. Das löst ein altes Problem der Sprachübertragung: Am Telefon oder über Funk klingen „m“ und „n“, „b“ und „p“ oder „d“ und „t“ fast identisch. Wer statt einzelner Laute ganze Wörter ansagt, macht Verwechslungen praktisch unmöglich – aus „Meier“ wird eindeutig „Martha, Emil, Ida, Emil, Richard“.

Welche Tafel Sie verwenden, hängt vom Gegenüber ab: Die Städtetafel ist die aktuelle Empfehlung für Wirtschaft und Verwaltung, die klassische Tafel versteht praktisch jeder, und für internationale Gespräche, Luftfahrt und Funk gilt das NATO-Alphabet. Die Details zu allen drei Varianten folgen unten.

Die Buchstabiertafeln im Überblick

Buchstabe DIN 5009:2022 Klassisch Buchstabe DIN 5009:2022 Klassisch
AAachenAntonNNürnbergNordpol
BBerlinBertaOOffenbachOtto
CChemnitzCäsarPPotsdamPaula
DDüsseldorfDoraQQuickbornQuelle
EEssenEmilRRostockRichard
FFrankfurtFriedrichSSalzwedelSamuel
GGoslarGustavTTübingenTheodor
HHamburgHeinrichUUnnaUlrich
IIngelheimIdaVVölklingenViktor
JJenaJuliusWWuppertalWilhelm
KKölnKaufmannXXantenXanthippe
LLeipzigLudwigYYpsilonYpsilon
MMünchenMarthaZZwickauZacharias

Die neue Tafel: DIN 5009:2022

DIN 5009:2022-06 wurde im Mai 2022 veröffentlicht – das Ausgabedatum im Normkürzel lautet auf Juni 2022 – und definiert die neue „Deutsche Buchstabiertafel für Wirtschaft und Verwaltung“. Angesagt werden Städtenamen statt Vornamen: Aachen, Berlin, Chemnitz, Düsseldorf – bis Zwickau am Ende des Alphabets; nur für Y blieb es beim Buchstabennamen „Ypsilon“. Umlaute werden aus dem Grundbuchstaben abgeleitet („Umlaut Aachen“ für Ä, „Umlaut Offenbach“ für Ö, „Umlaut Unna“ für Ü), das scharfe S wird als „Eszett“ angesagt.

Der Abschied von den Vornamen hat einen ernsten historischen Hintergrund. 1934 tilgte das NS-Regime alle jüdischen Namen aus der Tafel: David wurde durch Dora ersetzt, Jacob durch Jot, Nathan durch Nordpol, Samuel durch Siegfried, Zacharias durch Zeppelin. Nach dem Krieg wurde das nur teilweise rückgängig gemacht: Samuel und Zacharias kehrten 1948/1950 in die Tafel zurück, doch Dora und Nordpol blieben, aus Jot wurde Julius statt wieder Jacob – und „Siegfried“ wie „Zeppelin“ sind im Alltag bis heute zu hören.

Genau hier setzte die Reform an. Den Anstoß gab unter anderem Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg; der zuständige DIN-Ausschuss entschied sich anschließend für einen kompletten Neuanfang mit Städtenamen – neutral, leicht zu erkennen und auf jeder Landkarte zu finden. Der Normentwurf von 2021 setzte zudem ein symbolisches Zeichen: Er stellte die Weimarer Tafel von 1926 ohne die NS-Eingriffe noch einmal dar und empfahl sie zur übergangsweisen Verwendung, bis die neue Städtetafel verabschiedet war.

Die klassische Tafel (Anton, Berta, Cäsar)

„A wie Anton, B wie Berta, C wie Cäsar“ – diese Reihe kennt in Deutschland fast jeder, und genau das ist ihre Stärke. Ob Hotline, Arztpraxis oder Amt: Mit der klassischen Tafel werden Sie ohne weitere Erklärung verstanden. Sie war seit 1950 amtlich festgeschrieben – zuletzt in DIN 5009 – und ist auch nach der Reform von 2022 nicht falsch, sondern lediglich nicht mehr die offizielle Empfehlung für Wirtschaft und Verwaltung.

Ihre Wurzeln reichen weit zurück: 1890 druckte das Berliner Telefonbuch erstmals eine Buchstabiertafel ab – damals noch mit Zahlen statt Wörtern: „Abel“ wurde als „eins, zwei, fünf, zwölf“ angesagt. Ab 1903 traten Vornamen an deren Stelle, von „Albert“ bis „Zacharias“; ihre bekannte Form erhielt die Tafel 1905, als unter anderem „Cäsar“ das ältere „Citrone“ ablöste. Seither hat sich das Muster in über 120 Jahren nur in Details geändert. Die vollständige klassische Tafel finden Sie in der Tabelle auf dieser Seite.

Wann das NATO-Alphabet die bessere Wahl ist

Bei internationalen Telefonaten, im Flug- und Seefunk, im Amateurfunk und bei der Bundeswehr gilt eine andere Tafel: das internationale Buchstabieralphabet der ICAO, meist NATO-Alphabet genannt (Alfa, Bravo, Charlie … Zulu), in seiner heutigen Form seit März 1956 in Kraft. Wenn Ihr Gegenüber kein Deutsch spricht – etwa beim Durchgeben einer E-Mail-Adresse an einen englischsprachigen Support –, ist es die richtige Wahl. Zwei Eigenheiten der offiziellen Schreibweise: „Alfa“ mit f und „Juliett“ mit doppeltem t, damit die Wörter in jeder Sprache gleich ausgesprochen werden.

So buchstabieren Sie am Telefon

Am Telefon hat sich die Formel „Buchstabe wie Ansagewort“ bewährt: „Mein Name schreibt sich K wie Kaufmann, R wie Richard …“. Sprechen Sie langsam, machen Sie nach jedem Wort eine kurze Pause und teilen Sie lange Angaben in Blöcke. Sagen Sie Umlaute und das ß ausdrücklich an – nach DIN 5009:2022 etwa „Umlaut Unna“ und „Eszett“ – und nennen Sie Ziffern einzeln: „null – sieben – vier“.

Kündigen Sie an, welche Tafel Sie verwenden, wenn Verwechslungsgefahr besteht; „ich buchstabiere nach Städtenamen“ genügt. Bleiben Sie dann innerhalb einer Ansage bei einer Tafel, statt Anton und Aachen zu mischen. Und lassen Sie sich das Ergebnis am Ende zurücklesen – das kostet zehn Sekunden und erspart falsch geschriebene Namen in Verträgen, Tickets oder Adressdaten.

Häufige Fragen

Wie buchstabiert man nach DIN 5009?

Nach DIN 5009:2022 sagen Sie für jeden Buchstaben einen Städtenamen an: „A wie Aachen, B wie Berlin, C wie Chemnitz“ bis „Z wie Zwickau“. Umlaute werden mit dem Zusatz „Umlaut“ gebildet – etwa „Umlaut Unna“ für Ü –, das ß heißt „Eszett“. Die vollständige Tafel finden Sie oben auf dieser Seite.

Was ist neu an der Buchstabiertafel 2022?

DIN 5009:2022-06 ersetzte im Mai 2022 die Vornamen der bisherigen Tafel durch deutsche Städtenamen; nur für Y blieb es beim Buchstabennamen „Ypsilon“. Damit brach die Norm zugleich bewusst mit den Eingriffen der NS-Zeit, durch die 1934 jüdische Namen wie David, Nathan, Samuel und Zacharias aus der Tafel verschwunden waren.

Darf man weiterhin „Anton, Berta, Cäsar“ buchstabieren?

Ja. DIN-Normen sind Empfehlungen, keine Gesetze. Die klassische Tafel ist weiterhin die bekannteste in Deutschland und wird überall verstanden. Die Städtetafel nach DIN 5009:2022 ist die offizielle Empfehlung für Wirtschaft und Verwaltung – im Privatgespräch entscheiden Sie selbst.

Wann sollte ich das NATO-Alphabet statt der deutschen Tafel verwenden?

Immer dann, wenn Ihr Gegenüber kein Deutsch spricht oder internationale Standards gelten: in der Luftfahrt, im See- und Amateurfunk, beim Militär und bei Telefonaten mit ausländischen Ansprechpartnern. Das Alphabet von ICAO und NATO (Alfa bis Zulu) ist weltweit verständlich; die deutschen Tafeln kennt außerhalb des deutschen Sprachraums kaum jemand.

Direkt ausprobieren

Tippen Sie Ihr Wort einfach in den kostenlosen Übersetzer von SpellItNow – er buchstabiert es sofort nach DIN 5009:2022, nach der klassischen Tafel oder im NATO-Alphabet.